Gegen Krähen ist kein Kraut gewachsen

Gilching (26. Juli 2017) – Seit Jahren sind menschenfreundliche Saatkrähen der Aufreger in der Bevölkerung, räumte Gilchings Umweltbeauftragter Jan Haas in der Umweltausschusssitzung am Montag ein. Doch alle Maßnahmen, sie zu vergraulen, seien bisher fehlgeschlagen. Nun soll ein Versuch durch die Entnahme von Eiern mehr Erfolg bringen.

Anlass, das Thema auf die Tagesordnung im Umweltausschuss zu bringen, war die Beschwerde eines Anwohners, der am so genannten Baderwinkel von „Horrorszenarien“ durch rund 200 Saatkrähen sprach. Allerdings waren dort weder Nester zu finden, noch hatten Nachbarn ähnliche Erfahrungen gemacht. Bürgermeister Manfred Walter vermutete, dass die Krähen den Baderwinkel als gelegentlichen Treffpunkt nutzen, jedoch ohne Brutabsichten (wir berichteten). Dennoch wurde Kontakt mit der Gemeinde Puchheim aufgenommen. Dort wird seit Jahren versucht, die Krähenpopulation einzudämmen. In der Sitzung am Montag erklärte Jan Haas, dass ihm die Biologin Dr. Monika Sepp, die die Gemeinden Puchheim und Germering betreut, detailliert Informationen übermittelt habe. „Puchheim hat 406 Brutpaare in einer Kolonie, die im Wohngebiet und direkt über den Gräbern eines Friedhofes liegt. Es wurden mit beträchtlichem Aufwand und in Abstimmung mit der Regierung von Oberbayern verschiedene Vergrämungsmöglichkeiten versucht. Keine der Maßnahmen hat zum erwünschten Erfolg geführt.“ Unter anderem wurden Heliumballons in die Bäume gehängt, Krähenklatschen angebracht, Panikrufe abgespielt, Nester entfernt, Netze aufgespannt und Eier entnommen. „Durch all‘ die Maßnahmen haben sich Splitterkolonien gebildet, die zu einem vermehrten Wachstum der Krähenpopulation geführt haben. Keine der Maßnahmen lässt sich derzeit für Gilching empfehlen“, bedauerte Haas. Gilching habe zudem das Problem, dass durch vermehrte Bauvorhaben, explizit auch in der Landsberger Straße, der Baumbestand entfernt wurde und die Krähen vermehrt neue Kolonien gebildet haben. Auch die Versuche, die Krähen mit künstlichen Nestern auf Standort außerhalb des Gemeindegebietes zu locken, seien allesamt fehlgeschlagen. Bevorzugte Standorte der Krähen sind die Landsberger Straße, die Kosthofstraße, die Waldstraße und am Friedhof St. Vitus. Uli Singer