Blickpunkt Fuenfseenland

LÖFFLER-HOF

Bei ihm steht auch ein Selbstbedienungsareal mit Produkten vom Hof. Unter anderem Eier, Gockerlsuppn oder auch mal ne gute Rinderwurst. Selbstbedienung - bitte ausreichend Kleingeld mitnehmen, ist von Montag bis Samstag zwischen acht und 18 Uhr möglich.



Michael Friedinger vom Löffler-Hof...
"Bei uns gibt es noch einen Zusammenhalt, der heute sehr selten geworden ist", erzählt Michael Friedinger. Der 59Jährige Biobauer bewirtschaftet den "Löffler-Hof" - seit 1648 in Familienbesitz - streng nach Demeter-Vorgaben. Heißt unter anderem, dass die Kühe viel Auslauf haben und zudem ihre Hörner behalten dürfen. Ähnlich luxuriös leben die rund 600 Hühner. Das besondere aber an dem "gallischen Dorf" - so heißt Farchach im Volksmund - es gibt keinen Neid untereinander, egal ob konventioneller Landwirt oder Bio-Bauer, man hilft sich gegenseitig und versucht so gut als möglich, Farchaer Produkte gemeinsam zu vermarkten. Dazu gibt es unter anderem einen Dorfladen, der Mittwoch und Samstag von 8.30 Uhr bis 12 Uhr und am Freitag von 14.30 Uhr bis 18 Uhr geöffnet und hausgemachte Produkte von vier Höfen im Angebot hat. Unter anderem auch Eier vom "Löffler-Hof", die direkt von Montag bis Samstag zwischen acht und 18 Uhr im Selbstbedienungsregal gekauft werden können. Und wer glaubt, dass es bei gerade einmal ein paar mehr als 500 Einwohnern ruhig zugeht, der irrt. Nicht nur, dass im Dorf so einiges geboten ist, kommen auch viele "Freiwillige" aus der Region - einige sogar bis aus München weiß Friedinger - die mithelfen, wenn auf den Höfen Hilfe notwendig geworden ist. "Ist beim Nachbarn Kartoffelernte angesagt, kommen oft bis zu 60 Freiwillige, die beim Klauben der Kartoffeln mithelfen", erzählt Friedinger um grinsend hinzuzufügen: "Farchach ist halt einfach der Mittelpunkt der Erde".

Der Dorfladen im Berger Ortsteil Farchach. Geöffnet am Mittwoch und Samstag von 8.30 Uhr bis 12 Uhr und am Freitag von 14.30 Uhr bis 18 Uhr. Im Angebot hausgemachte Produkte von vier heimischen Höfen. Unter anderem auch Eier vom "Löffler-Hof" gleich um die Ecke.

ES GIBT SIE NOCH - GLÜCKLICHE KÜHE

Farchach – Es gibt sie noch: Kühe, die Hörner tragen. Sie gehören aber längst nicht mehr zum Bild ländlicher Idylle. Zum einen werden bereits den Kälbern durch eine schmerzhafte Prozedur die Hörner abgesägt. Zum anderen werden Kühe heute meist auch über die Sommermonate so genannten Laufställen gehalten. Und weil es da zu Verletzungen kommen könnte, wird sogar von der Berufsgenossenschaft das Absägen der Hörner gefordert. Doch es gibt sie noch, die letzten Standhaften, die sich weigern, dem Kalb das Horn abzusägen. Zu ihnen zählt unter anderem Michael Friedinger vom Löfflerhof aus Farchach. Der Demeter-Bauer ist überzeugt, dass die Kuh das Horn als Hilfe zur Verdauung braucht und dass die Milch eine bessere Qualität hat, als die der nicht behornten Kühe. „Warum sonst hätte der liebe Gott die Hörner wachsen lassen?“